Baumpflanzprogramm in Benin
Zum Zeitpunkt der Vereinsgründung 1990 bestand die Vorstellung, im Bezirk von Banikoara in Nordbenin einen "grünen Schutzwall gegen
das Vordringen des Sahel" zu pflanzen. Aus der hochtrabenden Idee erwuchs eine bescheidenere, aber realistische Aktion.
Bei der Arbeit mit Genossenschaften bei Allada stellte sich bei Pro Benin ein junger Absolvent der
landwirtschaftlichen Fachhochschule Sékou, Emmanuel Zannou vor, der - in Erwartung einer
Anstellung - in der staatlichen Baumschule von Togoudo im Akkord junge Obstbäume veredelte und
im Hausgarten seiner Unterkunft erfolgreich Jungbäume anzog.
Aus gelegentlicher Mitarbeit im Genossenschaftsprojekt ergab sich eine fruchtbare
Zusammenarbeit auf Honorarbasis. Emmanuel Zannou errichtete in Dassa-Zoumé, dem Heimatort
seiner Mutter, auf einem Familiengrundstück in der Nähe des Marktes mit Hilfe von Pro Benin eine
kleine Baumschule zur Versorgung des lokalen Marktes. Dort bildet er im Vereinsauftrag in zwei
Halbmonatskursen junge Baumschuler (bisher 10) aus, die sich in ihren Dörfern ebenfalls mit
privaten Baumschulen niederlassen und von Produktion und Verkauf ihrer angezogenen Bäume
leben.
Um Jungbaum-Kunden in verschiedenen Dörfern bildeten sich Pflanzergruppen, die von Pro Benin kleine Pflanzprämien von 50 Francs
pro Baum (ca.7,5 €cent) als Anerkennung erhalten. Größtes Interesse fanden 2008: Teak-Bäume (45%), veredelte Obstbäume
(Mango und Zitrus 10%), aber auch unveredelte Obstbäume (Gouaven 4%),
Ölpalmen (32%) sowie Schattenbäume, Einfriedungshecken und andere Gehölze
(9%).
Die Bäume werden auf Privatgrundstücken unter Anleitung durch die dafür von Pro
Benin entlohnten Baumschuler gepflanzt und individuell gepflegt. Die Prämie wird
erst ausbezahlt, wenn die Jungbäume die erste Trockenzeit lebend überstanden
haben.
Das Wertschätzung von Obstbäumen ist so groß, dass veredelte Jungbäume trotz
der geringen Prämie von nur 7,5 Cent/Baum für 54 Cent in der Baumschule
erworben werden.
Im Süden entstehen kleine Obstanlagen und Haine, während sich im Norden
anstelle von Buschweiden eine parkähnliche Agroforstwirtschaft ausbreitet. Wichtig
ist Pro Benin dabei, dass der Gesamtbaumbestand erhalten bleibt, bzw. wieder
wächst.
Im parallel laufenden Schulprogramm werden Schulkinder im Pflanzen von Bäumen
auf Schulgrundstücken unterwiesen.
Das Programm leidet allerdings unter mangelnder Pflege der Bäume während der Ferien und geringem Interesse vieler Lehrer.
In den Baumschulen wurden zwischen 1992 und 2009 über 200.000 Obstbäume (= ca.1.225 ha Obstplantagen) und 250.000 Forstbäume
(= ca. 230 ha Wald) angezogen und verkauft.
Die Pflanzzahlen des Programms sind durch selbst angezogene Forstbäume höher als der Baumschulausstoß.
Die Pflanzungen entwickelten sich wie folgt (gezählt werden dabei nur die angewachsenen Bäume)
Die Erfolgsvoraussetzungen des Programms sind
Kostendeckende private Pflanzenanzucht (nicht kommunal oder kollektiv !)
Individuelle Eigenverantwortung in Pflanzung und Pflege
früh sichtbarer nachhaltiger Nutzen der Fruchtbäume
 
Verteilung Pflanzungen auf die Baumarten
Auffallend ist der hohe Teak-Anteil (in Plantagen für Nutzholz) und der im
Vergleich zu den Anfangsjahren geringe Anteil an Obstbäumen.
Da die im Jahr 2009 prämierten Bäumchen schon 2008 gepflanzt waren,
hat sich die niedrigere Prämie noch nicht ausgewirkt.
Für Obstbäume werden weiterhin die bisherigen Prämien in voller Höhe
von 50 frs/Baum ausbezahlt. Für die Nutzpflanzen (Teak und Ölpalmen)
wurde die Höhe der Prämienzahlungen auf 30 frs/Pflanze gesenkt.
Die erst vor wenigen Tagen eingegangen weiteren Pflanzzahlen für das
Jahr 2009 sind erstaunlich. Trotz Reduzierung der Prämienzahlungen
wurden in 30 Dörfern zusammen 167.700 Pflanzen gesetzt. Die
Befürchtung, dass die Reduzierung der Prämien zu niedrigeren
Pflanzergebnissen hat sich nicht bestätigt.
Weitere Entwicklung des Pflanzprogramms
Unser 2. Vorsitzender des Vereins wird bei einem Besuch im Dezember 2009 in Dassa mit Emmanuel  Zannou besprechen, wie der
Rückgang der Obstanpflanzung aufgefangen werden kann, wie andere Fachleute den Ölpalmen-Boom beurteilen und ob die
Pflanzprämien für einfache Forstpflanzen wie Teak, Acacia und andere nicht auf 25 frs pro Baum verringert werden, dafür aber Prämien
für alle gepflanzten Bäume bezahlt werden sollen (Emmanuel hat bisher die Bezahlung auf 200 pro Pflanzer begrenzt).